Mobbing, psychische Belästigung

Mobbing (psychische Belästigung)

Der Begriff „Mobbing“ ist weit verbreitet und wird auch missbräuchlich geltend gemacht, um zu versuchen, sich gegen – gerechtfertigte – Bemerkungen und Massnahmen des Arbeitgebers zu schützen.

Die aktuelle Gesetzgebung enthält keine ausdrücklichen Vorschriften zum Mobbing. Gemäss Bundesgericht kann Mobbing umschrieben werden als feindliche, wiederholte und regelmässige Handlungen oder Verhaltensweisen über einen längeren Zeitraum, mit denen einzelne oder mehrere Mitarbeiter versuchen, eine Person am Arbeitsplatz zu isolieren, auszugrenzen oder sogar vom Arbeitsplatz zu entfernen. Es wird unterschieden zwischen dem „absteigenden Mobbing“ (ein Vorgesetzter mobbt einen Untergebenen), dem „horizontalen Mobbing“ (unter hierarchisch gleichgestellten Mitarbeitern), dem „gemeinsamen Mobbing“ (ausgehend von Vorgesetzten und gleichgestellten Mitarbeitern) und dem seltener vorkommenden „aufsteigenden Mobbing“ (untergebene Mitarbeiter mobben einen Vorgesetzten).

Es handelt sich nicht um Mobbing einzig aufgrund der Tatsache, dass ein Konflikt im Arbeitsverhältnis oder ein schlechtes Arbeitsklima im Unternehmen herrscht. Mobbing ist ein Arbeitskonflikt, das Umgekehrte gilt jedoch nicht: es kann auch Arbeitskonflikte ohne Mobbing geben. Ebenfalls liegt kein Mobbing vor, wenn von einem Mitarbeiter verlangt wird, seine arbeitsvertraglichen Pflichten einzuhalten, auch wenn dies dringlich, wiederholt und nötigenfalls sogar mit der Androhung von disziplinarischen Massnahmen oder einer Kündigung erfolgt. Auch nicht um Mobbing handelt es sich, wenn ein Vorgesetzter nicht immer vollständig den ihm obliegenden Pflichten gegenüber seinen Untergebenen nachkommt, insbesondere wenn der beschuldigte Vorgesetzte bei seinen Entscheiden eine gewisse Ungeschicklichkeit an den Tag legt oder es ihm an Feingefühl mangelt. 

Das Bundesgericht fügt noch hinzu, dass sich das Mobbing nicht aus einer einzigen feindlichen Handlung oder aus einigen isolierten Verhaltensweisen ergeben kann, auch wenn letztere ein Präjudiz begründen oder eine echte Persönlichkeitsverletzung des Arbeitnehmers bilden. Es ist deshalb nicht willkürlich, davon auszugehen, dass eine oder sogar zwei feindliche Handlungen nicht genügen, um damit ein Mobbing zu begründen.

So ist das Mobbing nicht selten nur imaginär und wird missbräuchlich geltend gemacht, um zu versuchen, sich gegen – gerechtfertigte – Bemerkungen und Massnahmen des Arbeitgebers zu schützen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Handbuch des Arbeitgebers, Kapitel III-17.